Dieses Mal aber wirklich...

Wie gute Vorsätze in die Tat umgesetzt werden

von Tom Rückerl

 

Jede geplante Veränderung wurzelt in der Frage nach der Motivation: „Warum will ich ein Ziel erreichen? Welchen ‚Benefit’ verspreche ich mir von meinem guten Vorsatz? Welchen Wert möchte ich dadurch realisieren?“

 

Sobald ein Mensch in dieser Weise mit der Quelle seiner Motivation innerlich in Kontakt kommt, erwacht eine lebendige Leidenschaft: „Ja, ich will ... und ich weiß, warum ich will!“ In diesem Zustand der Begeisterung ist die Ziel-Erreichung kein lästiges Unterfangen, sondern ein sinnvoller Prozess. Nun gilt es, diese Begeisterung und das damit verbundene Sinngefühl über die Wochen und Monate lebendig zu erhalten, die Leidenschaft immer wieder zu wecken, zu stärken und zu nähren: „Die innere Flamme muss brennen!“

 

Sobald der Kontakt zum Sinn verloren geht, erlischt die Flamme. Zunächst verwandelt sie sich in Glut – der Mensch realisiert zwar das erwünschte Verhalten, doch es bereitet keine Freude mehr, es wird als lästige Pflicht empfunden. „Ich will mehr Sport machen...“? Der Mensch ohne Begeisterung möchte eigentlich auf dem Sofa liegen bleiben - doch er rafft sich auf und quält sich ins Sportcenter. Er verzichtet auf ungesunde Süßspeisen, doch der Verzicht erscheint zunehmend schwieriger und sinnentleert. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Glut erlischt und alle Motivation entschwindet. Dann verblasst der gute Vorsatz zur bloßen Erinnerung.

 

Um diesem frustrierenden Prozess erfolgreich entgegenzuwirken, muss der betroffene Mensch dafür sorgen, dass 1.) das Feuer seiner Leidenschaft möglichst hell brennt, er sich also für seine Ziele weiterhin wirklich begeistert und 2.) dass die Flamme nicht erlischt, sondern kontinuierlich genährt wird. Dafür braucht es eine ständige aktive Erinnerung an den Nutzen, an den wertvollen Lohn der Veränderung.

 

Nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort: „Wer schreibt, der bleibt.“ In unseren Coaching-Ausbildungen lernen die Teilnehmer, ihre Ziele so zu formulieren, dass eine neuronale Prägung im Gehirn entsteht. Realistische Ziele dürfen dabei nicht allgemein oder unspezifisch gehalten werden, sondern müssen sinnlich erlebbar und sehr präzise formuliert sein. Durch das Schreiben der positiven Worte wird das eigene Unbewusste stimuliert, sich auf den zukünftigen Erfolg auszurichten. Eine weitere Transfer-Sicherung entsteht, indem der veränderungswillige Mensch sich fragt, welche einzelnen Verhaltensweisen zur Ziel-Erreichung nötig sind. Diese konkreten Schritte können dann optimalerweise in einer Checkliste aufgelistet und regelmäßig überprüft werden.

 

Die Arbeit mit Erfolgs-Checklisten entspricht dem psychologischen Prinzip der „Konditionierung“. Durch regelmäßiges Überprüfen des eigenen Verhaltens hinsichtlich des Erfolges werden die neurologischen Bahnen im Gehirn immer wieder „aufgefrischt“. Jede Wiederholung verstärkt die neurologische Verknüpfung. Wichtig ist auch das positive Beurteilen der eigenen erbrachten Leistung durch Pluspunkte auf der Checkliste. So geben wir uns selbst ein motivierendes Feedback. Jedes weitere „Häkchen“ ergibt eine Bestätigung, man signalisiert dem eigenen Unbewussten gleichsam, dass man sich auf gutem Kurs befindet.

 

Neurologische Untersuchungen zeigen, dass solche visualisierten „Feedback-Schleifen“ die Belohnungszentren im Gehirn aktivieren und den entsprechenden „Dopamin-Cocktail“ in die Blutbahn schütten.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Jede Veränderung von Gewohnheiten erfordert einen „Umbau der Komfort-Zone“. Dieses Vorhaben ist ein Prozess, der einem organischen Tempo unterliegt. Er bedeutet eine „energetische Investition“, die letztlich durch unbewusste Kräfte gesteuert wird. Die  menschliche Willenskraft kann zwar einen Impuls geben, doch damit dieser nicht im Laufe der Zeit erlischt, braucht es einen stabilen und nachhaltigen Antrieb: Leidenschaftliche Motivation! Je größer die Begeisterung für ein Veränderungsziel, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dieses tatsächlich zu erreichen.